jegi-hilft

Wir begleiten, unterstützen und helfen Menschen bei der sprachlichen, sozialen und beruflichen Integration.
Wir sind über sechzig Freiwillige und suchen für unsere Angebote zugunsten von Unterstützung Suchenden und Flüchtlingen Menschen wie Sie.

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Unterstützt. Verbindet. Baut Brücken. – für jeden der will
Wer wir sind
Persönliche Unterstützung
Gemeinsam suchen wir Lösungen bei Problemen und finanziellen Schwierigkeiten
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Schreibdienst
Verstehen. Beantworten. Schreiben. Bewerben. – Der Schreibdienst von jegi-hilft unterstützt
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Lernfoyer Deutsch
Die Deutsche Sprache üben und anwenden – Wir unterstützen gerne
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Lernfoyer Mathematik
Vermittlung von mathematischen Grundkompetenzen für Flüchtlinge zum Einstieg in eine Lehre EBA oder EFZ
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Kaffee VIVA
Ein Begegnungsort für alle: Zusammen Plaudern, Spielen, Kinder betreuen, Deutsch lernen, Leben teilen
jeden Mittwoch, ausser in den Schulferien
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Neuigkeiten und Informationen

Die nächsten Anlässe

Jegi-hilft Begegnungsabend am 21. Juni 2023 von 18-bis 21 Uhr

Alle Informationen sowie das Anmeldeformular befinden sich hier 
Gerne dürft ihr auch Begegnungsabend Plakat und fleissig verteilen 🙂 

Lernfoyer Deutsch

jeden Montag, 19.30 bis 21.00 Uhr
Kirchgemeindehaus Jegenstorf

Schreibdienst
jeden Dienstag in den geraden Kalenderwochen
17:15–19:15 Uhr
Franziskushaus

Zu Besuch im Lernfoyer


Dieser Beitrag erschien im Jegenstorfer 2/2024

Zu Besuch im Lernfoyer

Das Lernfoyer ist eine Dienstleistung von Jegi-hilft (
www.jegi-hilft.ch). Jeweils am Montag von 19.30 bis 21 Uhr – oder nach Vereinbarung – treffen sich Fremdsprachige mit Freiwilligen im Kirchgemeindehaus in Jegenstorf.

Um aufzuzeigen wie wichtig diese Dienstleitung ist, beanworten einige Freiwillige sowie Teilnehmer am Lernfoyer ein paar Fragen im Interview.

Was motiviert dich als Freiwillige beim Lernfoyer zu helfen ?
Therese:«Tu, wo du bist, was du kannst, mit dem, was du hast. (Theodore Roosewelt)
Als die Heilsarmee 2016 ein Flüchtlingszentrum für 100 geflüchtete Menschen in Jegenstorf eröffnete, wollte ich mich sehr gerne für die Geflüchteten engagieren. So gründeten einige Leute das Lernfoyer Deutsch, das bis heute besteht.

Ich hatte schon immer Interesse an fremden Ländern und Kulturen. So ist es mir eine grosse Freude, mit Mitmenschen aus anderen Kulturen hier in Jegenstorf in Kontakt zu kommen und sie beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen. Als ausgebildete Heilpädagogin macht mir auch das Unterrichten in dieser Heterogenität immer wieder viel Spass.

Uschi : Ich bin infolge des Ukraine Krieges zu Jegi Hilft gestossen. Mein Einsatz war als Helferin im Deutschunterricht für UkrainerInner. Nach einem Jahr Deutschunterricht waren die zu Unterrichtenden soweit, dass sie ab Sommer 2023 an der Volkshochschule im A2 einsteigen konnten. Das war schon sehr motivierend auch in der Folge im Deutschunterricht weiterzumachen.

Seit Sommer 2023 treffen Lesley und ich Yuliia mehr oder weniger regelmässig zum Austausch und für die Aufgabenhilfe.

Im 2023 wurde ich angefragt ob ich mich auch im Schreibdienst engagieren würde. Nach 2x Schnuppern bin ich dort 1x im Monat im Einsatz.

Gertrud : Als die Welle der Geflüchteten aus der Ukraine bei uns ankam, war mir als ehemalige Lehrerin sofort klar, dass ich meine Hilfe beim Deutschlernen anbieten wollte. So habe ich während längerer Zeit hier im Rahmen von «jegi- hilft» Deutschunterricht erteilt. Dabei wurde ich kräftig von Helferinnen und Helfern unterstützt. Es ging dabei wirklich um Grundbegriffe der deutschen Sprache. Dabei aber entstand natürlich auch Nähe zu den Menschen, und die persönlichen Nöte und Fragen der Einzelnen haben uns mehr und mehr betroffen und engagiert.

Es konnten immer wieder auch ganz praktische Lösungen gefunden werden.

Ich bin beeindruckt über die grosse Hilfsbereitschaft, die da zum Tragen kommt!

Daniel : Die Sprache zu kennen ist Grundanforderung an alle Asylsuchenden, um in der Schweiz integriert werden zu können. Hier zu unterstützen ist für mich eine grosse Motivation.
Die Lernenden sind sehr dankbar.
Man kann unmittelbare Hilfe anbieten, welche die Teilnehmer sofort anwenden können.

Welche Herausforderung(en) gehen mit dieser Tätigkeit einher ?
Therese : Es braucht viel Einfühlungsvermögen, herauszufinden, was die Bedürfnisse der einzelnen Leute sind und was ihnen dient. Der soziokulturelle sowie der Bildungshintergrund, das Lerntempo und die Lernstrategien sowie die Wünsche sind sehr unterschiedlich. Einige Migrant:innen möchten Hilfe bei den Hausaufgaben aus den besuchten Deutschkursen oder der Berufsschule, andere möchten ihre Deutschkenntnisse erweitern, neuen Wortschatz aufbauen oder Grammatik vertiefen. Wer regelmässig das Lernfoyer besucht, erhält möglichst eine Eins-zu-eins Betreuung und bei Bedarf auch ein passendes Lehrbuch.

Für die meisten Leute ist es ein grosses Bedürfnis, ihre erworbenen Deutschkenntnisse anwenden zu können und sich über die unterschiedlichsten Themen mit uns auszutauschen: Schweizer Kultur, Bräuche und Sitten, Arbeits- und Wohnungssuche, Arzt und Zahnartbesuche, Freizeitmöglichkeiten, Familie, Kinder, Schule, Sorgen und Belastendes…

Es ist dann unsere persönliche Entscheidung, wie weit unsere Freiwilligenarbeit gehen soll und in welchen Bereichen wir zusätzliche Unterstützung anbieten können.

Uschi : Die sprachliche Hürde ist schon die grösste Herausforderung. Im Januar 2023 habe ich den Deutschunterricht «one to one» mit einer Frau aus Angola aufgenommen. Neben der Sprache ist auch der kulturelle und schulische Unterschied ungewohnt.

Gertrud: Am Allerwichtigsten scheint für mich, dass diese Menschen erleben, dass sie nicht allein gelassen sind, dass sie ein offenes Ohr finden und dass sie immer mehr integriert werden. Mittlerweile besuchen jetzt diese Ukrainerinnen weiterführende Sprachkurse in Bern und sind mehrheitlich selbständig.

Daniel: Die Anzahl der Besuchenden und die Anzahl der anwesenden Freiwilligen stimmen häufig nicht überein. Man muss flexibel sein und kann nicht immer mit denselben Besuchenden arbeiten.
Grammatikalische Fragen sind manchmal schwierig zu beantworten. Uns ist die deutsche Sprache in die Wiege gelegt, die Lernenden müssen Deutsch-Regeln haben um die Sprache erfassen zu können.

Kannst du den einen oder anderen Teilnehmer über längere Zeit begleiten und dessen Fortschritte mitverfolgen ?

Therese: Ja, das ist für mich sehr schön, wenn ich Leute längere Zeit begleiten, sie näher kennenlernen und ihre persönlichen Erfolge miterleben kann.

Uschi: Mit Yuliia und Karina bin ich seit Frühling 2022 in Kontakt. Es ist schön zu sehen wo diese zwei Frauen heute stehen. Sie selber sind sehr aktiv und meistern ihre Herausforderung mit der Flucht aus der Ukraine, ihre Aufgaben als Mütter und die Aufgabe eine neue Sprache zu lernen, hervorragend. Man darf nicht vergessen, dass neben all dem diese Frauen noch ihren Rucksack mit den Sorgen an die Daheimgebliebenen mittragen.

Gertrud: Regelmässig begleite ich momentan noch eine Person im Einzelunterricht.

Daniel: Ich übernehme häufig Teilnehmer, deren Tandem-Partner gerade nicht anwesend sind. Da bin ich froh, wenn die Teilnehmer ihre Schulunterlagen mitbringen. Wenn nicht, haben wir eigene Unterlagen, welche helfen.

Die fremdsprachigen Teilnehmenden standen auch für einige Fragen zur Verfügung. Das Gespräch mit ihnen zeigt einige wichtige Aspekte.

Azeb: Das Lernfoyer ist einfach SUPER, Ich komme aus Norwegen und spreche norwegisch, englisch und italienisch. Dies mag ein wenig helfen beim Erlernen der deutschen Sprache Jedoch kann ich keinen Deutschkurs besuchen denn ich kümmere mich um meine Kinder. Und ich musste auf NULL beginnen mit der deutschen Sprache, ich konnte kein einziges Wort. Ich bin den Mithelfenden im Lernfoyer unendlich dankbar! Alle sind immer so freundlich und hilfsbereit!

Natalia: ich spreche nur russisch und ukrainisch, keine westliche Sprache und es ist daher schwieriger, die deutsche Sprache zu erlernen. Im Lernfoyer lerne ich eine Freiwillige Helferin kennen, ich fasse Vertrauen zu ihr und habe nach und nach immer weniger Hemmungen zu sprechen. In einer Klasse würde ich kein Wort sagen, ich wäre zu sehr gehemmt!

Ahmad: Das Lernfoyer hilft mir mich zu integrieren. Wir machen auch Hausaufgaben zusammen. Die deutsche Sprache ist sehr schwierig, vor allem zu Beginn hatte ich sehr Mühe damit. Hier sind alle sehr nett und hilfsbereit, ich komme gerne ins Lernfoyer

Daniel: zur Ergänzung: Das Lernfoyer ist kein Deutschkurs. Wir unterstützen die Teilnehmer dort, wo sie sich gerade befinden im Lernprozess. Wir sprechen miteinander, üben Grammatik, wir können stufengerecht auf jeden Teilnehmenden eingehen. Man muss übrigens nicht eine ausgebildete Lehrperson sein um im Lernfoyer zu helfen.

Natalias Bemerkung, dass sie Vertrauen fassen kann, zeigt einen wichtigen Aspekt auf, den man oft übersieht: um in einer unbekannten Sprache zu sprechen, sich darin zu üben, muss Vertrauen aufgebaut werden damit die lernende Person ungehemmt sprechen kann!

Lernfoyer Jegi -hilft