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Wir begleiten, unterstützen und helfen Menschen bei der sprachlichen, sozialen und beruflichen Integration.
Wir sind über sechzig Freiwillige und suchen für unsere Angebote zugunsten von Unterstützung Suchenden und Flüchtlingen Menschen wie Sie.

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17:15–19:15 Uhr
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Tea&Talk – Lichtblicke im Flüchtlingsalltag

Dieser Beitrag erschien im Jegenstorfer 4.2025

Der Standort des Bundesasylzentrums «Im Sand» war seit Beginn umstritten und heiss diskutiert, da es sich auf einem Armeegelände befindet. Diese Umgebung ist für Personen, welche wegen einem Krieg flüchten mussten, nur schwer zumutbar. Mittlerweile befinden sich bis zu 200 Flüchtlinge in diesem Zentrum, mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von drei Tagen ; es kann aber auch länger dauern – bis zu 90 Tagen !

Um einen Lichtblick in die schwierige Lage der Flüchtlinge zu bringen, gibt es den Anlass «Tea &Talk» – ein Projekt das von Hector Paredes, Pastor der Hope International Church in Urtenen, lanciert wurde, in Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin Maria Matter von der reformierten Kirchgemeinde Moosseedorf. Es handelt sich um ein Projekt zur Betreuung der Migrantinnen und Migranten aus der Ukraine und findet jeweils am Mittwoch und Samstag statt. Dieses Freizeitangebot wird von Gruppen von 15 – 30 Menschen benutzt, sie begeben sich zu Fuss und bei jedem Wetter vom Bundesasylzentrum «Im Sand» an den Rosenweg 2 in Urtenen. Dort finden sie einen sicheren Raum für Gespräche bei Tee und Gebäck. Kinderspiele z.B. Trampolin, Sandkasten, werden angeboten. Dabei wird Hector unterstützt von 8 Freiwilligen (darunter 5 Ukrainerinnen).

Hector und Karina sind bereit einige Fragen zu beantworten:

Hector : Wenn du das Konzept von Tea & Talk in wenigen Worten beschreiben müsstest, was würdest du sagen?

Tea & Talk ist ein offener, herzlicher Begegnungsort, wo Flüchtlinge einfach zur Ruhe kommen dürfen – bei einer Tasse Kaffee oder Tee, im Gespräch oder beim Zusammensein. Es ist eine Gelegenheit, für ein paar Stunden das Asylzentrum zu verlassen, frische Luft zu schnappen und neue Menschen kennenzulernen.
Das stimmt – die meisten bleiben nur kurze Zeit, manchmal nur zwei oder drei Tage. Aber auch kurze Momente der Freundlichkeit können eine tiefe Wirkung haben. Viele Flüchtlinge kommen erschöpft, unsicher und isoliert an. Wenn sie in einen Raum kommen, der von Wärme, Musik und Gespräch erfüllt ist, spüren sie sofort, dass sie nicht vergessen sind. Selbst wenn sie am nächsten Tag weiterziehen, nehmen sie dieses kleine Zeichen von Würde und Hoffnung mit. Genau das motiviert mich, weiterzumachen.
Die Rückmeldungen sind sehr positiv. Viele Menschen sind dankbar – wirklich sehr dankbar. Einige erinnern sich an meinen Namen oder wissen zumindest, dass ich der Pastor bin. Sie müssen gar nicht viel sagen; man sieht es in ihren Gesichtern, dass sie sich gefreut haben, dabei zu sein. Sie geniessen es, für ein paar Stunden draussen zu sein, gute Gespräche zu führen, Kaffee, Tee und Snacks zu bekommen und neue Freunde zu finden.
Ja. Wir sind sehr dankbar für Pastor Kurt Bienz, der das Projekt über Jegi-Hilf mit auf den Weg gebracht hat, und für Maria Matter von der Reformierten Kirche, die von Anfang an engagiert mitgewirkt hat. Ein grosser Dank gilt auch dem EGW Schönbühl, die uns ihr Kirchengebäude für das Programm zur Verfügung stellt. Ohne ihre Gastfreundschaft wäre Tea & Talk gar nicht möglich.

Was bewegt dich, bei Tea & Talk dabei zu sein? Die Leute bleiben doch nur wenige Tage im Asylzentrum. Ist das nicht frustrierend?

Wie ist die Rückmeldung der Teilnehmenden – Ukrainer oder andere?

Gibt es etwas, das du unbedingt noch sagen möchtest?

Wir sind auch unseren vielen Freiwilligen zutiefst dankbar – besonders Vitalii, Karina, Galina, Anna und Dani. Diese Freiwilligen sind das eigentliche Herzblut des Projekts. Ohne sie könnten wir dieses Angebot, das jeden Monat über hundert neu ankommende Ukrainerinnen und Ukrainer erreicht, gar nicht fortführen.

Unsere ukrainischen Freiwilligen übernehmen die wohl anspruchsvollste Aufgabe: Sie führen tiefgehende Gespräche mit ihren Landsleuten – in ihrer eigenen Sprache. Sie investieren viel Zeit, Kraft und Herzblut, indem sie zuhören, begleiten und aus ihren eigenen Erfahrungen in der Schweiz weitergeben. Dani hingegen ist Schweizer, aber er hat ein riesiges Herz. Er liebt es, zu dienen, und kann bezeugen, wie viele Menschen berührt wurden – und wie oft Gespräche über den Glauben entstehen, unter Männern und Frauen, die suchen, zweifeln oder einfach einen kleinen Hoffnungsschimmer inmitten von Unsicherheit brauchen.

Karina : Viele Menschen, die allein angekommen sind, werden dauerhaft in solche Zentren verlegt. Es ist klar, dass es eine schwierige Lebensphase ist, kein Deutsch oder Englisch zu sprechen und keine Verwandten oder Freude zu haben, die einen beim Weiterkommen helfen können.

Warum nimmst du an diesem Projekt teil ? Weil mir viele Menschen geholfen haben und weiterhin helfen. Aus spiritueller Sicht ist es mir ausserdem wichtig, auch anderen Menschen zu helfen. Deshalb bin ich dem Aufruf der Organisatoren dieses Projektes gefolgt.

Die Flüchtlinge bleiben ja nur wenige Tage im Asylzentrum, es sind keine vertieften Kontakte möglich. Ist das nicht frustrierend ? Ja ich würde gerne von Zeit zu Zeit mit einigen Teilnehmern in Kontakt bleiben, aber mein Hauptziel ist es, ihnen hilfreiche Tipps zu geben, damit sie sich leichter in der neuen und unbekannten Welt zurechtfinden. Zuerst kommen unsere Leute ohne zu verstehen, warum sie eingeladen wurden, aber dann bedanken sie sich. Und das freut mich natürlich, denn es zeigt mir, dass die Treffen nicht umsonst sind.

Gibt es etwas das du unbedingt sagen möchtest ? Ich sehe, dass unsere gebildeten Menschen aus der Ukraine hierher kommen, manche sogar mit zwei Hochschulabschlüssen, Menschen die ein Zuhause, Eigentum und ein stabiles Leben hatten. Jetzt ist alles anders für sie, und sie stehen vor völligen Ungewissheit. Viele hoffen in ihre Heimat zurückkehren zu können, manche haben kein zu Hause mehr, und selbst die Stadt in der sie lebten ist zerstört. Besonders schlimm ist es für diejenigen, die ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen können, für die Alten und die Kranken. Wir haben ihr Leben ein wenig erhellt, ihnen Hoffnung gegeben, und der Rest liegt in Gottes Hand.

Herzlichen Dank, Hector und Karina, dass ihr mir beim Verfassen dieses Artikels geholfen habt !

Ursula Wermuth

Tea&Talk