jegi-hilft

Wir begleiten, unterstützen und helfen Menschen bei der sprachlichen, sozialen und beruflichen Integration.
Wir sind über sechzig Freiwillige und suchen für unsere Angebote zugunsten von Unterstützung Suchenden und Flüchtlingen Menschen wie Sie.

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Unterstützt. Verbindet. Baut Brücken. – für jeden der will
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jeden Mittwoch, 15 – 17 Uhr
Kirchgemeindehaus Jegenstorf 

 

Hindernisse überwinden

Lydia Baumgartner, im Gemeinderat Ressortleiterin Soziales, konnte am 24. Mai im Kirchgmeindehaus zwei Dutzend Personen begrüssen. Diese waren vor allem Gastgebende für ukrainische Familien und Freiwillige von Jegi-hilft-Angeboten. In Jegenstorf seien gegenwärtig 26 Personen, meist Frauen und Kinder, in Privatunterkünften einquartiert, berichtet Lydia Baumgartner. Welche Erfahrungen haben die Gastfamilien bereits gemacht? Auf welche Besonderheiten muss ich mich als Gastfamilie einstellen? Dies waren Themen, die an diesem Abend zur Sprache kommen sollten. Schliesslich wolle man einerseits sich selbst, aber auch die Gäste nicht überfordern, andererseits bestehende Hindernisse möglichst geräuschlos überwinden können.

Wichtiger Austausch

Das Zusammenleben mit Menschen, die nicht die gleiche Sprache sprechen und die womöglich andere Lebensgewohnheiten mitbringen, kann zu Reibungsflächen, im ungünstigen Fall zu Spannungen führen. Um diese meistern zu können, ist ein Austausch unter den Gastfamilien hilfreich, denn nicht alle kennen einander. Und nicht alle wissen, welche Anlaufstellen oder Angebote es bereits gibt. «Dies war ein Beweggrund, Jegi-hilft bereits als wir die Kollektivunterkunft im Dorf hatten, ins Leben zu rufen. Die feststellbare Bereitschaft, sich für Geflüchtete einzusetzen, zeigt, dass sorgende Gemeinschaft in unserem Dorf praktisch gelebt wird», so Lydia Baumgartner.

Die Sprache ist die vorrangige Kompetenz in einem fremden Land, um sich leichter zurechtzufinden. Deshalb wird unter Leitung von Gertrud Stücklin ein bisher in Moosseedorf geführter Deutschkurs seit Juni auch in Jegenstorf angeboten. Das Lernfoyer Deutsch jeweils am Montagabend ist eine weitere Anlaufstelle, um Unterstützung zu bieten. Der Schreibdienst an jedem zweiten Dienstag hilft bei Bewerbungen oder in administrativen Belangen.

Dass nur schon die Essgewohnheiten und der Tagesrhythmus anders als bei uns sein können, wurde beim Themenworkshop der Gasteltern deutlich. Gemeinsam Kochen könne Verständnis schaffen. Andererseits müsse man sich auch Zeit lassen, die neuen Eindrücke zu verarbeiten und gegenseitig warm zu werden. Rückzugsmöglichkeiten, um zwischendurch ungestört und allein sein zu können, seien nötig, um sich gegenseitig nicht zu überfordern. Angesichts der grossen Zahl von neuen Zuwandernden sind kantonale Stellen oft überfordert, zeitnah und effizient die gewünschten Auskünfte zu erteilen oder Mittel bereitzustellen. Dies sorgt für Verunsicherung, wenn es um finanzielle Unterstützung oder die Stellensuche geht.

Rundgang im Dorf

Am 4. Juni traf sich ein Dutzend der ukrainischen Gäste zum Dorfrundgang. Es wurde gezeigt, wo man Spielmöglichkeiten hat, wo man günstig Kinderkleider bekommt. Ein Geschenk im Theresaladen blieb nicht ohne Wirkung: Die Kinderaugen leuchteten. Ein Besuch im wiederbelebten Café Viva am Mittwoch oder im Piccoli am Dienstagmorgen im Kirchgemeindehaus sind Möglichkeiten, sich auszutauschen. Dies ist auch für die Geflüchteten wertvoll. Als Hemmschwelle für einen Besuch der Angebote zeigt sich die Betreuung der Kinder im Vorschulalter. Natalia, die aus Kiew geflohen ist und als einzige mit ihrer Tochter in Etzelkofen untergebracht ist, schätzte die Begegnung auch mit Landsleuten sehr und konnte so neue Kontakte knüpfen.

Etwas gemeinsam tun

Sechs Wochen später trifft man sich, um ungezwungen Schweizer Familien kennen zu lernen. Treffpunkt ist die Brätlistelle bei der Rotonda, die gratis zur Verfügung gestellt wurde. Peter Heiri, unterstützt von seiner Gattin hat eine prächtige Grillglut vorbereitet, andere haben Salate mitgebracht. Die verschiedenen Grilladen finden regen Zuspruch und in lockerer Zusammensetzung tauscht man sich aus. Manchmal deutsch oder englisch, die ukrainischen Gäste in ihrer Landessprache. Man merkt schnell, man sieht sich nicht das erste Mal, man hat sich schon etwas besser kennen gelernt, erstes wird vertrauter. Einige haben schon erste Erlebnisse mit der Arbeitssuche hinter sich. Es zeigt sich, dass die Sprache die Schlüsselkompetenz ist, die Türen zur neuen Heimat öffnet. Der Tenor ist aber spürbar: es ist nicht einfach, hier nicht und zuhause erst recht nicht. Nichtsdestotrotz, man geniesst einfach das Zusammensein und der Abend klingt bei einer Gastfamilie aus.

Robert Alder